Rémi Molinero

Mit 19 und einem wissenschaftlichen Abitur, war ich schon von dem Entscheidungspflicht ermüdet. Ich war von den verschiedenen Zukunftsmöglichkeiten überhaupt nicht überzeugt. Ich strebte nach dem Unbekannte. Meine Reiselust hatte sich verschärft. Seit Jahren haben mir die Bücher auf dem Nachttisch atemberaubende Landschaften und neue unglaublichen Begegnungen geschildert.

Dieser Pfad schien viel faszinierender als die riskante Entscheidung, sogar die Wette, über „was ich später machen will“ und über die benötigte Studien, die das erlauben.

Ein paar Monate in London, weit von meiner azurblauen Mutterküste, kurz, aber voller Freuden und Fehler, aus denen wir das Leben lernen, haben in mir eine Maschine gestartet, die nicht aufhören wird.

Fast fünf Jahre später, in Berlin, hatte noch kein bestimmter Weg sich klar gezeichnet, aber manche Gewissheiten erschienen in meinem Leben.

Meine ersten kleine Abenteuer in Frankreich und dann andere, jedes Mal ein wenig weiter, haben mein Geist zu Freiheit, Natur, Raum, Einsamkeit und Stille angezogen, mehr als zu den Städten, Menschenmengen, und vorgekauten Lebensangeboten, die uns als hypothetische Glück vorgestellt sind, und die uns dem System unterwerfen wollen.

Im Jahr 2012, meine Reise auf die andere Seite des Ozeans, in Peru, Chile, Bolivien und Argentinien, verstärkte die Sicherheit, dass ein stabiles Leben, an einem Ort verwurzelt, egal wo der sich befindet, hat für mich keine Anziehungskraft.

Obwohl ich Interesse an der Fotografie seit der Kindheit hatte, wurde um diese Zeit meine Lust, Bilder zu machen, stärker. Ich begann, autodidaktisch Fotografie auszuüben. Ich wollte lernen, wie Emotionen mitzuteilen, die keine Wörter ausdrücken können.

Und wenn die Landschaften und die unglaubliche Schönheit der Natur seit langem der bevorzugte Gegenstand meiner Bilder waren, die unglaubliche Begegnungen, die ich auf meinem Weg getroffen habe, haben gezeigt, dass sie es uns erlauben, zu werden, wer wir sind.

Mehr als Steinen, die ohne Zweifel die Geschichte einer Stadt zeichnen, definieren die Menschen, die dort leben, das Wesen Berlins. Deshalb habe ich mich jetzt an Menschen gewendet.

Durch diese Bilder und Porträts, die gestohlen, gefangen oder ausgewählt wurden, treffen sich im Herzen der Stadt ihre sehr unterschiedlichen Einwohner. Diejenigen, die Berlins Geschichte schreiben, vor allem aber die ihre Geschichten erzählen. Geschichten des Alltags.